Gewitter/Blitze



Durch aufsteigende feuchtwarme Luftmassen baut sich eine große Gewitterwolke (auch Cumulonimbus genannt) in der höheren kälteren Atmosphäre auf. Solche aufsteigenden Luftströmungen bilden sich, wenn in einem begrenzten Gebiet eine höhere Temperatur als in der näheren Umgebung erreicht wird (z. B. in Folge der Sonneneinstrahlung oder unterschiedlicher Wärmeabgabe des Untergrundes, wie bei Meeren, Seen, Teichen, Feldern und Waldgebieten).

In der folgenden Tabelle wird aufgezeigt, mit welchen Gewittern wir es in unseren Breiten (Badehausen und dem Harz) zu tun haben.


Luftmassengewitter

Sogenannte Wärmegewitter, die im Sommer nach heißen Vormittagen die bodennahe Feuchtigkeit erhitzt. Durch Aufsteigen in kältere Zonen, entstehen die gewaltigen Cumulonimbus-Wolken, die zu den teilweise kräftigen Gewittern führen.



Meist Nachmittags, sehr regional, Ankündigung durch Schwüle und Windstille. Erkennbar an den sich schnell entwickelnden C.-Wolken.

Aufkommender Wind bis zu Sturmböen, Hagel und starker Regen, teilweise unwetterartig. Schnell abziehend. Siehe auch Wetteränderung

Frontgewitter

Sie treten vor allem bei heranrückenden Kaltfronten auf, gelegentlich aber auch an Warmfronten. An Kaltfronten schiebt sich die Kaltluft unter die leichtere Luft. Frontgewitter kündigen oft einen deutlichen Wetterwechsel an, da sie an der Grenze von unterschiedlichen Luftmassen auftreten.



Auch hier meist Nachmittags auftretend. Kündigt sich durch aufkommenden Wind und diesiger Bewölkung an.

Heftige Gewitter, Temperaturrückgang

Orographische Gewitter

Diese Gewitter entstehen, wenn Luft anstatt auf eine andere Luftmasse auf ein Hindernis wie eine Bergkette (Badenhausen in Richtung Oberharz) aufgleitet werden.



Keine festen Erscheinungszeiten.

Zur Zeit treten diese Art Gewitter bei uns sehr selten auf.

Zeitliches Auftreten der Gewitter

Januar bis Anfang März

Wintergewitter

oft nur kurze aber heftige Gewitter mit stürmischen Böen Schnee/Hagel und Regen.

Ende März bis April

Rückseitengewitter, Gewitterschauer

auch hier nur sehr kurz mit zum Teil kräftigen Schnee-Hagel- oder Regengüssen

Mai bis Mitte Juni

heftige Gewitter, da die Luft in der Höhe sehr kalt ist und am Boden warm.

teilweise Unwetterartige Gewitter mit Hagel und Sturmböen

Ende Juni bis Mitte August

häufig auftretende Wärmegewitter

zum Teil mit sehr kräftigen Regenschauern u.a. mit Hagel und stürmischen Böen.

Zweite Augusthälte

Zeit der aktiven Gewitterfronten.

oft mit starker Abkühlung und längerer Regenzeit.

September bis Ende Dezember

sehr geringe Anzahl der Gewitterschauer

mäßige Schauertätigkeit


Blitze

Ein Blitz entsteht in drei Phasen: Zuerst kommt es zu einer Vorentladung, bei der innerhalb von einigen hundertstel Sekunden der Blitzkanal entsteht. In der zweiten Phase kommt es zur Hauptentladung, die etwas mehr als eine Millionstel Sekunde andauert. Danach folgt das Nachleuchten, das wieder einige hundertstel Sekunden dauert. Da der Blitz die Luft innerhalb des Blitzkanals auf bis zu 30.000 Grad Celsius erwärmt, kommt es zu einer starken Ausdehnung der stark erhitzten Luft, was zu einer starken und hörbaren Druckwelle, dem Donner, führt. 

Die in einem Blitz transportierte Energie berechnet sich aus seiner Leistung multipliziert mit der Zeitdauer der Entladung. Die elektrische Leistung ist das Produkt aus Spannung und Stromstärke. Ein Blitz mittlerer Stärke besitze eine Spannung von 10.000.000 Volt bei einer Stromstärke von 10.000 Ampere.

Der Durchmesser eines Blitzkanals beträgt ca. 12 mm

Die Länge der Blitze:

Erdblitze ca. 1 – 2 km

Wolkenblitze ca. 5 – 7 km

Positivblitze: (Von der Spitze der Gewitterwolke bis zum Boden) über 10 km.


Erscheinungsformen

Linienblitz

Ein Linienblitz hat keine Verzweigungen. Er nimmt nicht immer den direkten Weg zum Erdboden, sondern kann auch Bögen beschreiben, die aus einer bestimmten Perspektive als Knoten und kreisförmige Verschlingungen gesehen werden können. Der Linienblitz ist die häufigste Blitzerscheinung.

Flächenblitz

Zeigt vom Blitzkanal sehr viel Verzweigungen.

Perlenschnurblitz

Der Perlschnurblitz ist der Blitz nicht durch einen zusammenhängenden Blitzkanal gekennzeichnet, sondern er in einzelne, meistens nur wenige Meter lange Segmente zerfällt. Diese einzelnen Segmente leuchten heller und meistens auch etwas länger als ein „normaler“ Linienblitz. Von weitem sehen die kurzen, leuchtenden Segmente des Blitzes wie eine Perlenschnur aus. Kommt aber sehr selten vor.

Kugelblitz

Der Kugelblitz, gibt es ihn oder lebt er nur in der Phantasie ? Es ist auch heute noch eine umstrittene Frage, denn es liegen nur wenige Berichte oder Bilder dieses Naturphänomens vor. Kugelblitze können angeblich durch Mauern und Ritzen gelangen und sich langsam in Bodennähe bewegen. Eine künstliche Erzeugung der Mikrowellen ist zur Zeit möglich. Der Blitz lebt aber nur so lange, bis die Mikrowellen abgeschaltet werden.

Wetterleuchten

Unter Wetterleuchten wird meistens der Widerschein von Blitzen verstanden, wenn man die Blitze selbst nicht sieht. Es kann bei einem weit entfernten Gewitter oder bei Blitzen, die sich innerhalb von Wolken entladen, entstehen. Den Donner hört man wegen der großen Distanzen meistens nicht oder nur schwach.

Elmsfeuer

Ein Elmsfeuer ist eine Funkenentladung gegen die umgebende Luft. Technisch betrachtet ist sie eine Vorentladung aufgrund großer Feldstärke. Sie tritt meistens an hohen Gegenständen wie Antennenmasten auf. Trifft für uns eher nicht zu.

Positive Blitze

Beim positiven erfolgt die Blitzentladung aus dem oberen, positiv geladenen Teil der Wolke zum Boden. Diese Blitze sind um einiges stärker als negative Blitze und können kilometerweit vom eigentlichen Gewitter entfernt einschlagen. Zusätzlich leuchten sie auch länger als ein negativer Blitz, hierdurch sie einen weit größeren Schaden anrichten können. Der Donner ist durch länger und lauter, einem Knall ähnlich und wird von einem Poltern begleitet